Auf drei Stockwerken können Sie in die Braukultur Münchens eintauchen. Bestreiten Sie einen Gang durch die Geschichte, der Sie vom alten Ägypten, über die Anfänge des bayerischen Brauwesens im Frühmittelalter und den Aufstieg des Bieres zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor Münchens um 1900 bis in die unmittelbare Gegenwart der „Hauptstadt des Bieres“ führt. Erfahren Sie mehr über Bierkrug, Holzfass und Biergarten und weshalb wir die Erfindung des Kühlschranks den Münchner Brauereien zu verdanken haben!
Die Ausstellung
Bierkultur & Festzeltgaudi
Über die „Himmelsleiter“ geht es nach oben in den 4. Stock. Dort werden die Grundlagen des Brauens und die Vorzüge Münchens als Bierstadt erklärt.
Ein Zeitstrahl leitet durch 5000 Jahre Bierkultur in den 3. Stock, der dem Reinheitsgebot, der Münchner Brauereizunft und Geschichte des Keferloher Masskruges sowie dem Beginn der Biersehnsucht im 19. Jahrhundert gewidmet ist.
Im 2. Stock wartet die große Erfolgsgeschichte des Münchner Bieres, mit Bierbaronen, Innovationen und der Entwicklung zum globalen Phänomen. Neben den Großbrauereien ist das Oktoberfest die zweite große Säule der Münchner Bierkultur. Alle weiteren Räume der 2. Etage sind dem größten Volksfest der Welt, seinen Attraktionen, Kuriositäten und Rekorden gewidmet.
Nach der Ausstellung empfängt das Museumsstüberl im 1. Stock die Besucher zu einem kühlen Hellen und bayerischer Schmankerlküche.
Ferdinand Schmid (Mitte) war von 1996 bis 2013 erster Vorstand der Edith-Haberland-Wagner Stiftung. Unter ihm öffnete das Bier- und Oktoberfestmuseum seine Pforten.
Heute leiten Catherine Demeter (rechts), selbst Nachfahrin der Wagner-Familie, als erste Vorständin und Martin Liebhäuser als zweiter Vorstand die Geschicke der Stiftung.
Am 12. Oktober 1810 läuteten in München die Glocken. Kronprinz Ludwig von Bayern heiratete seine schöne Braut, Therese von Sachsen-Hildburghausen. Zur Freude der Münchner wurde beschlossen, die Hochzeitsfeier mit allen Stadtbewohnern zu feiern. Fünf Tage lang wurden Fässer auf das Wohl des Kronprinzenpaars geleert. Am letzten Tag fand zur Unterhaltung der Gäste auf einer Wiese vor den Toren der Stadt ein Pferderennen statt. Das Oktoberfest war geboren!
Die Wiese wurde zu Ehren der Braut Theresienwiese getauft. Und so heißt sie heute immer noch – freilich nun mitten in der Stadt gelegen. Lassen Sie sich in zwei Jahrhunderte Oktoberfestgeschichte entführen! Erleben Sie, wie aus einer Hochzeit ein Volksfest wurde, wie die Bierzelte, die Schausteller und die Elektrizität auf die Wiesn kamen und welche absonderlichen Kuriositäten und Lustbarkeiten die Besucher früherer Epochen auf dem Oktoberfest erwarteten.
Im Angerviertel im Tal gelegen, gibt es kaum einen besseren Ort für unser Bier- und Oktoberfestmuseum. Schon seit jeher waren hier unzählige Brauereien angesiedelt. Das Haus in der Sterneckerstraße 2 ist ein kleines stadtgeschichtliches Juwel – eines der ältesten Bürgerhäuser Münchens. Nur einen Steinwurf von der ehemaligen Stadtmauer entfernt liegt das Gebäude heute in einer schmalen, unscheinbaren Gasse, in der der Altmünchner Charakter vor den Zerstörungen des 2. Weltkriegs noch spürbar ist.
1346
1490
1536
1573
1791
1939
1945
2000
2005
2022
1346
Zwei Jahrzehnte nach dem verheerenden Stadtbrand von 1327 wurde das Haus erbaut. Dabei handelte es sich um ein rechteckiges, zweigeschossiges Gebäude. Heute noch lassen sich in der Bierstube – dem ehemaligen Keller des Hauses – die massiven und feuersicheren Ziegelmauern mit Flusskiesellagen sowie das alte Holzgebälk aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bewundern. Das Haus blieb von Anfang an ohne richtigen Keller.
15. Jahrhundert
Heute nicht mehr genau zu datieren, wurde zum Ende des 15. Jahrhunderts das gesamte zweistöckige Gebäude massiv erneuert. Die „Gotische Stube“ samt der dazugehörigen großen Rauchküche im ersten Stock bekam ihre heutige Form. Ferner wurden einige neue Ziegelwände eingebaut. Stein, damit bei einem Feuerausbruch nicht das ganze Haus abbrannte. In einer Zeit, in der über offenem Feuer gekocht wurde, eine ständige Gefahr!
1536
Erstmals verrät das Münchner Grundbuch den Namen des Hausbesitzers. Damals hieß die Sterneckerstraße noch „Gasse bei dem Taeckentor“. Der Name des Hausbesitzers war Ulrich Huber. Er war Loder von Beruf. Bis 1966 wechselte das Anwesen noch 36 Mal den Besitzer. Auch der Name der Straße änderte sich mehrere Male. Ab 1543 war sie als Kleine Gasse bekannt, später wechselte der Name in Felergasse. Erst seit 1696 war sie die Sterneckergasse.
1573
Der Münchner Ratsherr Hans Starnberger erwarb das Anwesen. Wie es im Grundbuch heißt, bestand es aus einem „Haus. Hat darneben ain Stallung und ainen Garten darhinder.“ Seine Tochter, Anna Starnberger ließ das Gebäude in ein Mietzinshaus umbauen. Gegen 1595 wurde das Anwesen um zwei Stockwerke erhöht. Ferner bekam das Haus ein neues Treppenhaus an der Nordseite eingezogen, eine sogenannte Himmelsleiter, die auch heute noch zu sehen ist.
Ende 18. Jahrhundert
Zum Ende des Jahrhunderts herrschte in München allerorten Wohnungsnot. Die alten Stadtmauern standen noch und legten sich gleich einem Korsett um die Stadt. Ebendarum wuchs München in die Vertikale – so auch das Haus in der Sterneckergasse, das ein weiteres Stockwerk aufgesetzt bekam. Eine neue Feuerordnung von 1791 ordnete zudem den Einbau von steinernen Kaminen an.
Vor 1939
Das moderne Zeitalter hielt in der Sterneckergasse nur zögerlich Einzug. 1925 bekam das Gebäude elektrischen Strom und im Herbst 1932 installierte die Stadt Wasserleitungen in alle Wohnungen bis auf den 3. Stock. Allerdings waren die Rohre an den Außenmauern montiert gewesen, sodass diese in strengen Wintern regelmäßig zufroren. Nun bekamen einige Mieter auf der Südseite auch eigene Toiletten in ihren Wohnungen. Der Rest musste nach wie vor den Gemeinschaftsabort im Innenhof verwenden.
Nach 1945
Das moderne Zeitalter hielt in der Sterneckergasse nur zögerlich Einzug. 1925 bekam das Gebäude elektrischen Strom und im Herbst 1932 installierte die Stadt Wasserleitungen in alle Wohnungen bis auf den 3. Stock. Allerdings waren die Rohre an den Außenmauern montiert gewesen, sodass diese in strengen Wintern regelmäßig zufroren. Nun bekamen einige Mieter auf der Südseite auch eigene Toiletten in ihren Wohnungen. Der Rest musste nach wie vor den Gemeinschaftsabort im Innenhof verwenden.
2000
Die damaligen Eigentümer planten, das Haus umfassend zu modernisieren, wodurch ein einmaliges Kulturerbe unwiederbringlich verloren gegangen wäre. Glücklicherweise erstand die Edith-Haberland-Wagner Stiftung unter ihrem damaligen ersten Vorstand Ferdinand Schmid im Jahr 2000 das Anwesen. Es folgte eine jahrelange aufwendige Restaurierung des Hauses. Ziel war es, ein Bier- und Oktoberfestmuseum zu eröffnen.
2005
In diesem Jahr konnten die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen werden. Am 7. September war es schließlich so weit: Das Bier- und Oktoberfestmuseum öffnete seine Pforten der Öffentlichkeit – eine weltweit einmalige Einrichtung!
2022
Die Dauerausstellung des Museums wurde neu kuratiert und moderner gestaltet.